
Lausanne, 3. Mai 2011. Es regnet – keine idealen Bedingungen für den Start eines neuen Veloförderungsprojekts. Und doch findet genau an diesem Tag die erste Quali DEFI VELO im Gymnase Provence statt.
Das Konzept ist sorgfältig durchdacht und von der Überzeugung getragen, dass Veloförderung neue Wege braucht: weniger Frontalunterricht, mehr Erfahrung. Im Zentrum steht ein praxisnaher Ansatz, der Jugendliche anspricht, ohne belehrend zu sein – Lernen durch Handeln.
Zu Beginn läuft nicht alles rund. Die erste Übung Kreisverkehr? Angeblich mit Kreide auf den Boden gezeichnet. Was dem Projekt noch an Struktur fehlt, gleicht das Team mit Energie, Kreativität und Zuversicht aus. Trotz Schulungen und Erfahrung begeben sich die Leitenden ins Ungewisse. „Es war wortwörtlich ein Sprung ins kalte Wasser“, erinnert sich einer von ihnen. Und doch: Es funktioniert.
Die Grundprinzipien
Schon nach den ersten Qualifikationsrunden ist klar: Das Interesse der Schulen ist gross, die Nachfrage vorhanden. DEFI VELO bleibt.
In den folgenden 15 Jahren entwickelt sich das Projekt stetig weiter. Strukturen entstehen, Instrumente werden professionalisiert, die Organisation gestärkt. Gleichzeitig wächst DEFI VELO über die Region hinaus und erreicht heute über 75’000 Teilnehmende in fast 20 Kantonen der Schweiz.
Was sich nicht verändert hat, sind die Grundprinzipien: ein origineller, praxisnaher Ansatz, direkte und respektvolle Beziehungen zu Jugendlichen, Teamgeist und gegenseitige Ermutigung. Vorbilder spielen eine wichtige Rolle, ebenso die Mischung aus Spiel und Wettbewerb. Die Leitenden begegnen den Jugendlichen auf Augenhöhe, nehmen sie ernst und stärken ihr Selbstvertrauen. Getreu dem Prinzip „Learning by doing“ begleiten sie sie in den Stadtverkehr.
Durch die Zusammenarbeit mit Schulen erreicht DEFI VELO alle Jugendlichen – auch jene, die weniger motiviert sind oder sich auf dem Velo unsicher fühlen, unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund.
15 Jahre später
Fünfzehn Jahre nach der ersten Quali setzt DEFI VELO diese Dynamik fort. Zwischen Struktur und Flexibilität hat sich das Projekt weiterentwickelt – und ist seiner ursprünglichen Vision treu geblieben. In diesem Gleichgewicht liegt wohl sein Erfolg.
DEFI VELO ist nicht nur ein Projekt. Es ist eine Haltung zum Velofahren.
Selbst bei Regen.






